Allgemeine Fragen zur Blutegeltherapie

Ist der Biss des Blutegels schmerzhaft?

 

Menschliche Patienten beschreiben den Biss des Blutegels mit dem "Verbrennen" an einer Brennessel. Danach spürt man den Egel gar nicht mehr da er in seinem Speichel auch Substanzen hat, die an der Bissstelle leicht betäubend wirken. Aus meinen bisherigen Therapien an Pferd und Hunden kann ich nur sagen, dass all meine tierischen Patienten die Blutegel sehr gut dulden und während der Therapie sogar entspannt dösen.

 

Wie lange dauert die Blutegeltherapie?

 

Der Saugvorgang selbst dauert zwischen 20 und 90 Minuten, das ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Mit Vor- und Nachbereitung planen Sie für eine Blutegeltherapie bitte ca. 2 Stunden Zeit ein.

 

Wie viele Blutegel kommen zum Einsatz?

 

Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise der Größe des Tieres, der betroffenen Körperstelle oder der Größe des Egels. Im Regelfall werden 2-4 Egel pro Therapie angesetzt.

 

Was ist vor der Blutegeltherapie zu beachten?

 

Die Haut/das Fell des Patienten sollte sauber sein, jedoch ohne Seife oder Reinigungsmittel behandelt. Falls eine Reinigung der Ansatzstelle notwendig sein sollte, dann reicht klares Wasser.

Falls das Fell sehr dick ist, kann die Ansatzstelle etwas rasiert werden, das erleichtert den Egeln das Anbeißen. 

Bekommt der Patient Schmerzmittel oder blutverdünnende Medikamente, sind diese nach Rücksprache mit dem Tierarzt 3 Tage vor der Blutegelbehandlung abzusetzen. 

 

Wie oft muss die Blutegeltherapie wiederholt werden?

 

Auch das hängt von der Erkrankung des Patienten ab. Oftmals reicht eine einmalige Behandlung. Klingen die Beschwerden nicht vollständig ab, kann die Therapie wiederholt werden bis es zur vollständigen Ausheilung kommt. Bei chronischen Problemen wie beispielsweise Arthrose bietet es sich an, die Behandlung nach Abklingen der Beschwerdefreiheit (Wochen - Monate) regelmäßig zu wiederholen.

 

Wie lang blutet die Bissstelle nach?

 

Die Zeitspanne ist hier sehr unterschiedlich. Erfahrungsgemäß dauert die Nachblutung ca. 4 - 12 Stunden. Die Nachblutung ist nicht stark, aber doch permanent, so dass die Bissstelle von mir mit einem lockeren Verband abgedeckt wird.  Zum Einen kann sich so keine Infektion in die Bissstelle setzen und zum Anderen wird die Umgebung des Tieres vor einer möglichen Verschmutzung mit Blut geschützt. Dieser Verband muss häufig vom Besitzer erneuert werden. Hierzu bekommen Sie eine ausführliche Anleitung von mir sowie das benötigte Material. Bitte achten Sie darauf, dass Ihr Tür nicht an der Bissstelle leckt oder knabbert.

 

Was ist nach der Nachblutung zu beachten?

 

Auf der Bissstelle bildet sich eine Kruste, die sich im Laufe der Zeit komplett zurückbildet. Manchmal wird eine leichter Juckreiz ausgelöst. Auf die entstandene Kruste müssen Sie nichts einreiben o.ä., sie verheilt von allein. Bitte achten Sie darauf, dass Ihr Tür nicht an der Kruste leckt oder knabbert.

 

Darf sich mein Tier nach der Behandlung bewegen?

 

Ausdrückliches Ja! Bewegung ist gut und fördert die Nachblutung, lenkt von der Wunde ab und hilft, die vom Egel abgegebenen Speichelinhaltsstoffe im umliegenden Gewebe zu verteilen. Hartes Training ist jedoch zu vermeiden, damit der Kreislauf nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wird, vor allem im Sommer.

 

Ist die Wirkung des Blutegelbisses sofort sichtbar?

 

Ja. Vor allem bei chronischen Erkrankungen sammeln sich oft Schlackenstoffe und Lymphstauungen, die durch den kleinen Aderlass sofort beseitigt werden. Dadurch tritt eine deutliche Linderung der Beschwerden ein. Dies allein ist jedoch nicht der eigentliche Heilungsprozess. Dieser dauert oft weitaus länger und vor allem bei Erkrankungen am Bewegungsapparat sollte der Patient nicht überfordert werden.

 

Gibt es eine Erstverschlimmerung?

 

Wie bei allen ganzheitlichen, naturheilkundlichen Therapie ist eine Erstverschlimmerung möglich, wobei ich sie bisher noch nicht beobachtet habe. Laut Literatur verschlimmern sich die Symptome in den ersten 24 Stunden und dauern nicht länger als 2 Tage. Anschließend klingen die Beschwerden rasch und endgültig ab. Eine Erstverschlimmerung wird als Zeichen des Körpers bewertet, dass er sich mit dem Problem auseinandersetzt.

 

Gibt es Nebenwirkungen?

 

Da der Egel Stoffe ins Blut abgibt, kann es zu Nebenwirkungen kommen, welche aber sehr selten beschrieben werden und meist auf Anwendungsfehler zurückzuführen sind. Es empfiehlt sich daher immer, die Blutegeltherapie nur von einem erfahrenen Therapeuten durchführen zu lassen.

Prinzipiell kann es zu allergischen Reaktionen mit leichter Schwellung und Juckreiz kommen. Eine juckreizlindernde Salbe schafft hier Abhilfe.

Des weiteren kann es zu einer Wundinfektion mit einem egel-spezifischen Bakterium kommen, welche durch ein Antibiotikum behandelbar ist.

Wird die Kruste vorzeitig abgelöst, kann es zu einer sogenannten Sekundärinfektion kommen. Daher muss der Patientenbesitzer darauf achten, dass die Bissstelle nicht aufgekratzt oder aufgescheuert wird.